Künstlerseelsorge ? warum? wieso?

"Die christlichen Kirchen Deutschlands tragen mit ihren Museen, ihren Chören und Musikensembles, ihren öffentlichen Büchereien und Fachbibliotheken, ihren Bildungseinrichtungen und Baudenkmälern wesentlich zum kulturellen Leben in unserem Land bei", so hat es die Bundestags-Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland" 2007 festgestellt. Dieses Engagement belegen auch Zahlen: 20% der Kirchensteuer und sonstiger Zuwendungen und Erlöse setzen Katholiken und Protestanten für ihre kulturellen Aktivitäten ein, jährlich etwa 3,5 bis 4,8 Milliarden Euro jährlich.

Kunst und Kultur: das ist kein Randgebiet kirchlicher Aktivitäten und schon gar kein Anhängsel in den vielfältigen gesellschaftlichen wie pastoralen Bemühungen der Kirchen in Deutschland. Es ist vielmehr ein wesentlicher Bereich im Gesamt des kirchlichen Lebens.

In diese Bemühungen gehört auch die Arbeit der Künstlerseelsorger in Deutschland. Sie verstehen sich als personale Angebote für die Kunstschaffenden, als Partner eines offenen und kritischen Dialogs, als Begleiter in der Auseinandersetzung mit ?Gott und der Welt?, als Anlaufstellen für Fragen, Probleme und Anliegen.

Verbindungslinien und Einsatzfelder gibt es genug. Mit großem Respekt voreinander, jenseits aller Vereinnahmung und Bevormundung können sich Kunst und Kirche gegenseitig befruchten, hinterfragen und motivieren.

Frei nach Gottfried Benn heißt es auch für die Künstlerseelsorge in einem weiten Sinn: "Kommt, reden wir miteinander. Wer redet, ist nicht tot."


Dr. Werner Schrüfer, Domvikar
Von Bischof Gerhard Ludwig zum 1. März 2008 zum Künstlerseelsorger im Bistum Regensburg ernannt.